Montag, 14. Oktober 2013

Viele Kommentare, einige Antworten

Ihr Lieben, Vielen Dank für die zahlreichen Kommis und Nachrichten zu meinem Trauerkloß-Post letzte Woche. Ich habe mir wirklich sehr darüber gefreut und habs dringend für mein Herzilein gebraucht <3
Ihr seid spitzenklasse!
Es folgt der Versuch, eure Fragen zu beantworten, eure Tipps zu kommentieren.

Ich werde mich(bzw habe mich schon) von meinem Vater distanzieren. Schade, weil er doch mein Papa ist und ich ihn brauche. Braucht nicht jeder seine Eltern? Ich wünschte, meine Mama wäre noch da... Sie würde mich verstehen.

Bestimmt checkt er nicht, wie sehr er mich verletzt. Jemand, der null sensibel ist, kann das anscheinend nicht nachvollziehen. Die Frage ist nur, ob ich mich gar nicht mehr bei ihm melden soll oder gerade heraus sagen soll, dass ich vorerst keinen Kontakt will(das wäre vielleicht eine Spur "bestimmter" und auch direkter). Oder ihm eben so richtig doll "die Meinung geigen", wie es Meiky vorgeschlagen hat. Er kann schließlich nicht in meinen Kopf hereinsehen. Ein Mann, der dreißig Jahre älter ist als ich, den ich fünf, sechs, sieben Mal im Jahr sehe, kann einen doch gar nicht verstehen, oder? Wir "kennen" uns ja gar nicht richtig(zumindest scheint mir das so)

Mit meiner Schwester habe ich akut noch nicht darüber gesprochen. Es gibt immer mal wieder Ärger mit meinem Vater. Aber diesmal ist das Fass übergelaufen. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr.
Meine Schwester ist da gar nicht so sehr im Thema drin, sie wohnt schließlich auch nicht in der Nähe und hat immer recht viel zu tun. Zu ihr habe ich wenig Kontakt(aber wenn, dann guten!).
Über eine Therapie habe ich schon länger nachgedacht. Damals, als das mit Mama war, habe ich eine Psychotherapie gemacht. Von der Kasse wurden x Sitzungen bezahlt, die ich auch alle genommen habe. Obs was gebracht hat? Keine Ahnung. Kam mir eher vor wie ein wöchentliches Protokoll: Was hast du die Woche über gemacht? Wie hast du schwierige Situationen gelöst? etc. Vielleicht würde mir eine Verhaltenstherapie eher nutzen? (Übrigens denke ich gerade darüber nach, einen Gesprächskreis für Essgestörte zu besuchen, aber dazu später mehr)
Die Familie meines Freundes ist toll! Aber ich habe Angst, dass ich mich zu sehr reinfühle... was ist, wenn mal Schluss sein sollte? Mir ist das schonmal passiert, dass ich mich in der Familie eines Exfreundes so wohlgefühlt habe, dass mir nicht nur die Trennung von dem besagten Kerl, sondern auch die Trennung von der Familie echt sehr sehr weh getan hat.(fast sogar noch mehr)
Ich würde mich selbst so einschätzen, dass ich nicht jeden gleich auf Anhieb leiden kann. Aber wenn ich jemanden leiden kann, dann ganz und gar mit Haut und Haar :-) Habe generell eher wenige Freunde, aber wenige sehr gute Freunde!

Meine Essenspläne/Diätpläne kann ich erst abschließend überdenken, wenn ich beim Blutcheck war. Habe momentan den Verdacht auf eine Hormonstörung, das möchte ich erst abklären lassen, bevor ich euch meine Ideen vorstelle... (Habe am Mittwoch einen Arzttermin) Der Heißhunger auf Süßes ist derzeit wirklich schlimm. Hoffentlich liegt das nicht nur an meiner Psyche sondern auch an einem Hormonungleichgewicht oder sowas. Denn das lässt sich bestimmt einfacher behandeln als meine Psyche *lach*

Fressatacken in der Form und mit dem Ausmaß hatte ich bis zum aktuellen Jahr nie... Deswegen überlege ich, einen Gesprächskreis zu besuchen(kostenlos)- dort würde ich wohl auf andere "essgestörte" treffen (Fresssüchtige, Magersüchtige, Binge Eaters...). Stehe momentan mit einer Person dieser Gruppe in Emailkontakt. Nach einer Sitzung könnte ich ja immernoch entscheiden, ob das was für mich ist/ob ich da reinpasse/ob ich zu "normal" bin für eine Gruppe mit viel heftigeren Problemen?
Ich will mich nicht "wichtig" machen oder mich in den Mittelpunkt stellen. Aber ich will auch nicht sagen, dass ich normal bin. Normales Essverhalten ist was anderes. Soviel über Essen nachzudenken kann auch nicht gesund sein...Aber was ist, wenn bei dem Gesprächskreis jemand ist, den ich kenne? Dann fliegt alles auf... Und überhaupt: Die schauen mich bestimmt alle an und erwarten eine traurige Geschichte. Oder sie sind verärgert, dass es sich jemand mit Normalgewicht erlaubt, dorthin zu gehen. Ach was weiß ich. Vielleicht höre ich einfach auf, mir Gedanken zu machen und gehe hin. Punkt.

Abschließend wollte ich noch sagen, wie erschreckend und furchtbar ich es finde, dass soviele von euch Elternprobleme haben. Einerseits ist es zwar schön, mit diesem Problem nicht allein zu sein, andererseits wünsche ich das nichtmal meinen schlimmsten Feinden...


4 Kommentare:

  1. Ich finde diesen Post toll. Er fühlt sich so ehrlich an und als ob er von Herzen kommt. Wie ein kleines Guckloch in deine Seele. Danke, dass du uns das zugestehst ♥ Ich weiss, dass es selbst anonym im Internet schwer ist, ehrlich zu sein, denn man stellt sich ja selbst dar, irgendwie, und deshalb achtet man - oder zumindest geht es mir so - schon darauf, was man schreibt.
    Aber ehrlich zu sich selbst zu sein fällt auch im echten Leben nicht leicht, und deshalb finde ich es beeindruckend, dass du dir überlegst, einem Gesprächskreis beizutreten.
    Alleine die Angst, dass irgendjemand das Gefühl haben könnte, dass du dich nur wichtig machen willst, zeugt doch schon davon, dass du dich selbst nicht wichtig genug nimmt uns Angst hast, anderen Leuten auf den Schlips zu treten, statt dich darum zu kümmern, dass es dir wieder oder endlich mal gut geht.
    Ja, andere Menschen haben vielleicht eine noch härtere Geschichte als du, aber du hast trotzdem das recht, an deiner eigenen zu nagen und dich damit auseinander zu setzen und glücklich zu werden.
    Und dass viele von uns Elternprobleme haben ... nun, viele von uns haben ein gestörtes Verhältnis zu uns selbst und zum Essen ... und irgendwoher muss das ja kommen. So hart es klingt, Eltern können und müssen nicht alles richtig machen, und manchmal machen sie halt einfach zu viel falsch. Auch wenn die Eltern nicht immer an allem Schuld sind ;-) haben sie doch grossen Einfluss auf unser Leben, unsere Selbstwahrnehmung und unsere innere Einstellung, mehr, als ihnen - leider - manchmal bewusst ist.

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  2. Ich denke solche Gruppen sind nicht dazu da um hinzugehen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Eine Störung muss sich ja nicht gleich aufs Gewicht ausüben. Manche haben ja die Fressattacken und das Hungern danach so im Griff, dass ihr Gewicht im Normalbereich bleibt. Man äußerlich nichts sieht... "Nur" die Gesundheit leidet eben auf Dauer!
    Ansonsten finde auch ich den Post beeindruckend. Für mich scheint es so, als wärst du dir deiner psychischen Situation sehr bewusst. Bei mir kommt an, dass du weißt, dass du unter Umständen auf eine Störung zu schlitterst bzw. in sie hinein. Und dass das etwas ist, dass du alleine nicht in den Griff kriegst.
    Das finde ich bewundernswert - wirklich! Hinter einer Essstörung oder einer psychischen Dysbalance muss ja keine Tränendrüsegeschichte stecken - eine empfindsame Seele, die zuviel einstecken musste. Es gibt ja auch die Theorie der erlernten Hilflosigkeit, die in die Depression führen kann. Außerdem wer entscheidet, ob die eigene Geschichte zu viel für einen war? Nur man selber! Nur du kannst einschätzen, ob du so weitermachen kannst, bzw. das Ruder selbst rumreißen kannst.
    Wenn nicht - dann hol dir die Hilfe, die dir zusteht.

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  3. Hey,
    was die Gruppe angeht würde ich auch sagen, geh einfach mal hin und mach dir nicht so viele Gedanken. Alle, die da sitzen haben sich wahrscheinlich vor ihrem ersten Besuch dort genauso gefühlt und sind im nachhinein sicher froh, dass sie dann den Schritt gewagt haben. Und selbst wenn jemand da ist, der dich kennt - jeder Mensch hat Probleme, auch wenn wir meistens versuchen sie zu verstecken und wenn man dann zufällig einen Blick hinter die Fassade erhascht ist man oft überrascht was man dort entdeckt.
    Ich wünsch dir viel Kraft und Mut für welchen Weg du dich auch entscheidest. Du schaffst das!

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  4. Ich kann mich den Vorrednerinnen nur anschließen! Und generell bin ich überall und immer für den ehrlichen direkten Weg :)

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